DEKRA-Zertifikat und zertifizierte Prozesse

Was wird geprüft, welche Bereiche sind genannt und wie setzt ProCoReX die Anforderungen im Auftrag um? Hier finden Sie den Zertifikatsnachweis und eine verständliche Einordnung unserer Sicherheitskette.

DEKRA Zertifikat ISO 21964-3 – ProCoReX Europe GmbH – Schutzklasse 3
Hinterlegte Zertifikatsabbildung – zum Vergrößern öffnen.

Zertifizierter Bereich am Standort Unna

Die hinterlegte DEKRA-Zertifikatsabbildung nennt ProCoReX Europe GmbH, Rudolf-Diesel-Straße 2, 59425 Unna als Organisation und Standort. Der zertifizierte Bereich umfasst Sammlung und Transport, Lagerung, stationäre Vernichtung und mobile Vernichtung nach ISO 21964-3.

Genannt sind die Materialklassen O, T, H und E, Schutzklasse 3 sowie O-5, T-6, H-5 und E-5. Die Abbildung weist den Gültigkeitszeitraum 17.04.2026 bis 22.10.2027 aus. Maßgeblich sind das Originalzertifikat und dessen aktueller Status; die Wiedergabe der Abbildung ist keine unabhängige Bestätigung durch DEKRA.

Ein Unternehmenszertifikat beschreibt den geprüften Prozess und Geltungsbereich. Der Nachweis zu einem einzelnen Auftrag dokumentiert dagegen dessen konkrete Durchführung.

Welche Teile der Sicherheitskette sind genannt?

Sammlung und Transport

Der Schutz sensibler Datenträger beginnt vor der Zerkleinerung. Für die Abholung stimmen wir Gerätearten, Mengen, Übergabepunkte, Ansprechpartner und erforderliche Sicherheitsmaßnahmen ab. Übergaben und Transport werden dem Auftrag zugeordnet.

Verschließbare Behälter, Plomben oder besondere Transportmaßnahmen werden entsprechend dem Schutzbedarf und vereinbarten Leistungsumfang festgelegt.

Lagerung

Zwischen Übernahme und Vernichtung müssen Datenträger dem Auftrag zugeordnet und vor unbefugtem Zugriff geschützt bleiben. Zugriffsberechtigungen und Verantwortlichkeiten gehören deshalb zur Organisation der Prozesskette.

Eine Zwischenlagerung wird im konkreten Ablauf berücksichtigt; eine Vernichtung unmittelbar bei jeder Abholung wird daraus nicht abgeleitet.

Stationäre Vernichtung

Bei der stationären Bearbeitung werden Datenträger dem vereinbarten Vernichtungsverfahren zugeführt. Materialart, Sicherheitsstufe und Nachweisumfang werden vor der Durchführung festgelegt und im Auftrag berücksichtigt.

Der Datenträgerausbau und die Behandlung verbleibender Hardware sind eigenständige Arbeitsschritte, deren Umfang ebenfalls vereinbart wird.

Mobile Vernichtung

Die veröffentlichten Angaben nennen auch mobile Vernichtung. Für einen Einsatz am vereinbarten Ort werden Gerätearten, Mengen, Platzbedarf, Zugang, Sicherheitsniveau und Dokumentation gesondert geplant.

Ein Abholfahrzeug ist damit nicht automatisch eine mobile Vernichtungsanlage. Transport und Vernichtung bleiben klar zugeordnete Leistungen.

Schutzklasse und Sicherheitsstufe verständlich erklärt

Die Schutzklasse beschreibt den Schutzbedarf der Informationen und die damit verbundenen Anforderungen an die Prozessorganisation. Schutzklasse 3 steht für sehr hohen Schutzbedarf. Welche Einstufung zu einem Bestand passt, wird vor dem Auftrag mit der verantwortlichen Organisation abgestimmt.

Die Sicherheitsstufe beschreibt das Vernichtungsniveau für eine bestimmte Materialart. Der Buchstabe kennzeichnet die Materialklasse; die Zahl gehört zu deren Stufensystem. Schutzklasse 3 und beispielsweise H-5 sind deshalb unterschiedliche Angaben, die gemeinsam betrachtet werden.

H-5 · Magnetische Festplatten

Die veröffentlichten Zertifizierungsangaben nennen H-5 für magnetische Festplatten. Dazu gehören HDDs aus Computern, Notebooks, Servern und Storage-Systemen. SSDs werden einer anderen Materialklasse zugeordnet.

E-5 · Elektronische Speicher

E-5 wird für elektronische Speichermedien genannt, beispielsweise SSDs und geeignete Flash-Speicher. Bei integrierten Speichern wird geklärt, welche Bauteile bearbeitet werden und wie die Zuordnung erfolgt.

O-5 · Optische Datenträger

O-5 ist in den veröffentlichten Angaben für optische Datenträger genannt, beispielsweise CDs und DVDs. Die Materialart wird im Auftrag gesondert berücksichtigt.

T-6 · Magnetbänder

T-6 wird für magnetische Bandmedien genannt, beispielsweise LTO-Sicherungsbänder. Bandmedien werden passend zur vereinbarten Stufe behandelt und dem Auftrag zugeordnet.

Die konkrete Sicherheitsstufe und das Verfahren werden für jeden Auftrag festgelegt. Andere Stufen, Materialien oder Leistungen werden dadurch nicht automatisch vom gleichen Zertifizierungsumfang erfasst.

Welche Anforderungen unsere Abläufe abbilden

Ein nachvollziehbarer Vernichtungsprozess braucht abgestimmte technische und organisatorische Maßnahmen. Die folgenden Punkte beschreiben unsere auf dieser Website dargestellte Projektorganisation. Welche einzelnen Maßnahmen Bestandteil eines Auftrags sind, wird vor Beginn festgelegt.

Auftragsklärung und Zuordnung

Wir erfassen die wesentlichen Eckdaten: Abhol- und Zielort, Geräte- und Datenträgerarten, Menge, Zugangssituation, Zeitfenster und Ansprechpartner. Schutzbedarf, Vernichtungsstufen und Dokumentationsumfang werden gemeinsam festgelegt.

Hardware zur Weiterverwendung und Datenträger zur Vernichtung werden im Auftrag klar unterschieden.

Verantwortlichkeiten und Übergaben

Abholung, Übernahme und Übergabe erfolgen mit benannten Ansprechpartnern und vereinbarten Zuständigkeiten. Behälter- oder Positionszuordnungen helfen, die Verbindung zwischen übernommenem Material und Auftrag nachvollziehbar zu erhalten.

Zugriffs- und Schutzmaßnahmen werden auf den konkreten Ablauf abgestimmt.

Technische Schutzmaßnahmen

Verpackung, geschlossene Transportbereiche, geeignete Behälter und gesicherte Verladung schützen Hardware und Datenträger während des vereinbarten Ablaufs. Zusätzliche Maßnahmen wie Plomben, Ortungsinformationen oder der B2-gepanzerte Werttransporter werden auftragsbezogen abgestimmt.

Der Einsatz eines B2-Fahrzeugs wird auf dieser Seite nicht als ausdrückliche Pflicht aus ISO/IEC 21964 oder als eigene ISO-Fahrzeugzertifizierung dargestellt.

Dokumentation und Abschluss

Der vereinbarte Nachweisumfang kann Abholung, Übergabe, Behälterzuordnung und Vernichtungsangaben umfassen. Seriennummernlisten sowie Foto- oder Videonachweise werden separat abgestimmt.

Der Abschlussnachweis bezieht sich auf die konkret beauftragte und durchgeführte Leistung. Für einen reinen Transport wird kein Vernichtungsnachweis ausgestellt.

Unternehmenszertifikat und Auftragsnachweis

Das DEKRA-Unternehmenszertifikat bezieht sich auf die darin ausgewiesenen Prozesse und Kriterien. Der projektbezogene Vernichtungsnachweis dokumentiert dagegen die konkret durchgeführte Vernichtungsleistung im vereinbarten Umfang. Für Ihre interne Prüfung sind häufig beide Dokumentarten relevant.

Ein Zertifikat über Datenträgervernichtungsprozesse wird hier nicht als pauschale Zertifizierung aller IT-Dienstleistungen, als ISO-27001-Zertifikat oder als Garantie vollständiger Datenschutzkonformität jedes Kundenprojekts dargestellt. Auftrag, Löschkonzept, Zuständigkeiten und weitere erforderliche Vereinbarungen werden zusätzlich berücksichtigt.

ISO/IEC 21964-3 als Prozessnorm

ISO/IEC 21964-3 beschreibt Anforderungen an den Prozess der Datenträgervernichtung. Der Anwendungsbereich umfasst die verantwortliche Stelle und die am Vernichtungsprozess beteiligten Parteien. Das erklärt, weshalb der Schutz vor und nach der eigentlichen Zerkleinerung gemeinsam betrachtet wird.

Die konkrete Ausgestaltung ergibt sich aus dem Schutzbedarf, dem vereinbarten Auftrag und dem gültigen Prüf- beziehungsweise Zertifizierungsumfang.

Weiterführende Primärquellen: ISO: ISO/IEC 21964-3 · BfDI: Datenschutzgerechte Datenträgervernichtung

Häufige Fragen zum Zertifikat

Diese Angaben stehen im Originalzertifikat. Öffnen Sie die hinterlegte Abbildung in voller Größe. Für Ihre Lieferantenprüfung können Sie eine gut lesbare aktuelle Zertifikatskopie anfordern.

Der Dokumentationsumfang wird vor Beginn festgelegt. Eine Einzelseriennummernliste oder ein Foto- beziehungsweise Videonachweis wird gesondert vereinbart.

Nein. Ein IT-Umzug oder Transport zur Weiterverwendung ist ein eigener Auftrag. Die Prozesszertifizierung zur Datenträgervernichtung wird nicht automatisch auf jede Transportleistung übertragen.

Schutzklasse, Materialart und Sicherheitsstufe sind getrennte Angaben. Das konkrete Vernichtungsniveau wird für den jeweiligen Datenträger und Auftrag festgelegt.

Zertifikatskopie und Projektumfang abstimmen

Benötigen Sie Unterlagen für Ihre Lieferantenprüfung oder möchten Sie klären, wie der Zertifizierungsumfang zu Ihrem Auftrag passt? Schreiben Sie uns über die Kontaktseite. Wir stimmen Datenträgerarten, Schutzbedarf und gewünschte Nachweise gemeinsam ab.